Sag´ bescheid

Authentisch = Missionarisch?

GÄSTEGOTTESDIENSTE IN EHREN, ABER: DIE EIGENE HALTUNG ZU UNSEREN GOTTESDIENSTEN IST DIE STÄRKSTE VERKÜNDIGUNG, DIE ES IN EINEM GOTTESDIENST FÜR GÄSTE GEBEN KANN.

Ich bin der Meinung, dass ein Gottesdienst missionarisch sein muss. Denn so, wie ich die Bibel verstehe, galten schon immer zwei Prinzipien für Nachfolger Jesu: dass „alle Welt zu Jüngern“ gemacht werden sollen; und „auf dass sie alle eins sind“. Da wäre es nur logisch, wenn das eine das andere nicht ausschließt, oder? Das ist nicht jedermanns Ding. Ich traf schon auf manche Leute, die der Meinung waren, ein christlicher Gottesdienst sei „für mich, da will ich mir nicht auch noch Gedanken darüber machen, wie dieser missionarisch wirken könnte“. Ich muss gestehen, das geht nur sehr schwer in meinen Kopf hinein. Es gibt doch so viele Gottesdienstformen, die äußerst attraktiv auf Menschen wirken, die noch keine Christen sind. Immer wieder höre ich von Leuten, die in der einen christlichen Veranstaltung oder in dem anderen christlichen Gottesdienst entscheidende Impulse erhalten haben, ihr Leben Gott anzuvertrauen. Letztendlich sind auch die ganzen Basis-Schriften der Kirchen und Gemeindebünden voll der Überzeugung, dass Gott heute noch spricht und wirkt – insbesondere in der Verkündigung und in Gottesdiensten. Deshalb sind unsere Versammlungen missionarisch – nur wissen das manche Gemeinschaften besser zuzuspitzen als andere.

WAS MACHT EINEN GOTTESDIENST „MISSIONARISCH“?
So klar das missionarische Potenzial unserer Gottesdienste ist, so strittig ist, was man sich unter einer „missionarischen Gestaltung“ vorzustellen hat. Orientiert man sich dabei an dem, was eine bestimmte Gemeinde an Liturgien, Predigt- und Musikstilen, Uhrzeiten, Wortwahl, Räumen und sonstigen Styles bevorzugt? Oder an dem, was die, die man missionarisch zu erreichen gedenkt, am ehesten mögen? Eine Frage mit Konfliktpotenzial. Da habe ich in der Vergangenheit auch schon Sätze wie diesen hier gehört: „Wenn mein Gottesdienst auch von meinem Nachbarn nachvollzogen und gemocht werden soll, können wir dieses Lied nicht singen oder jenen Bibeltext nicht vortragen!“ Und dafür hege ich eine große Sympathie, muss ich gestehen, zumindest eine größere, als wenn jemand sein eigenes Interesse in einem Gottesdienst durchboxen wollte mit dem Hinweis, er wolle am siebten Tag der Woche nicht (auch noch) missionarisch denken. Immerhin sorgt sich hier jemand darum, dass unser missionarischer Gottesdienst auch verstanden wird. Und dafür muss er die Sprache meines Kneipenkumpels sprechen! Er muss den Musikstil meines Arbeitskollegen bedienen; er muss die Bilder und Symbole aufgreifen, die denen bekannt sind, mit denen ich mich regelmäßig zum Fußballspielen treffe und er muss auf jeden Fall interaktiv sein, denn mein bester Freund, der kein Christ ist, mag das Predigen nicht, weil man da nicht mitreden darf. Dies ließe sich allerdings auch gegen-sätzlich argumentieren: Der missionarisch wirksame Gottesdienst sollte bewusst eine deutlich andere Sprache sprechen als mein Kneipenkumpel gewohnt ist, weil die heiligen Angelegenheiten des Lebens anders begangen werden müssen, als in der Kneipe geredet wird. Und gerade in den kirchlich-exklusiven Hymnen liegt eine erhebende Einzigartigkeit, die mein Arbeitskollege nirgendwo anders erleben wird als im christlichen Gottesdienst. Und längst nicht jeder steht auf Interaktionen im Gottesdienst; manch einer will in einer christlichen Versammlung, die er nicht kennt und die er mal besucht, schön anonym bleiben können und nicht zum „Fragenteilen“ aufgefordert werden.

DU UND ICH BILDEN DIE „PREDIGT“
Ein Gottesdienst hat also generell recht große Chancen, an seiner missionarischen Wirkung vorbeizuzielen. Einfach, weil man den Geschmack und den Kenntnisstand derer, die missionarisch erreicht werden sollen, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht trifft. Dennoch kann man vieles besser machen, wenn man sich noch mehr in die Denke, das Empfinden und das religiöse Empfinden seiner Gäste hineinversetzt. Das allerdings kann man auch übertreiben – und dann wird’s peinlich, nämlich spätestens ab dem Zeitpunkt, wo Gästen langsam dämmert: „Es geht denen nicht um sich – die Show wird hier für mich abgezogen.“  […]

MARTIN SCOTT steht auf Gottesdienste, die authentisch gefeiert werden. Dann ist auch die Form zweitrangig.

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