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Ein Platz zwischen allen Stühlen – Das „Freedom Theatre Jenin“ in Palästina

„Keiner ist diesem Projekt beigetreten um zu heilen“, sagt Juliano Mer-Khamis, der jüdische Gründer des Freedom Theatre Jenin. „Wir sind keine Heiler. Wir sind keine guten Christen. Wir sind Friedenskämpfer.“ Fünf Jahre später ist er tot. Weil der Kampf gegen die Extreme kaum zu gewinnen ist.

Friedensgespräche sind im Idealfall Anlass zur Hoffnung. Nicht so in Jenin. Niemand hier glaubt an die neu aufgenommenen Friedensgespräche zwischen den israelischen und palästinensischen Verhandlungsführern. Zu brisant ist die Situation in Brennpunkten wie der 35.000 Einwohner großen Stadt im von Israel besetzen Westjordanland. Jenin gilt als Terroristenhochburg und ist deswegen immer wieder den Kontrollen des israelischen Militärs ausgesetzt. Während also tagsüber die Friedensverhandlungen laufen, marschieren nachts israelische Soldaten durch das Flüchtlingslager. Doch die israelische Armee findet nicht nur Terroristen bei ihren Razzien. Monat für Monat werden unschuldige Menschen verletzt, in Gefängnisse gebracht und sogar getötet.

Wiederaufstehen Ein ehemaliger Führer der Al-Aqsa-Brigaden und der jüdische Künstler und Aktivist Juliano Mer-Khamis haben einen Traum. Sie wollen ein Theater aufbauen, in dem Kinder, junge Erwachsene und Frauen einen Platz außerhalb der zerrütteten Gesellschaft finden. Der Gedanke ist naheliegend: Julianos Mutter Arna baute viele Jahre zuvor das „Stone Theatre“. Schon seit 1987 versuchte sie mit dem Projekt, Kinder von der Straße zu holen und ihnen eine Alternative zu bieten: Theater spielen statt Steine werfen! Doch das Theater scheitert zu Beginn des Jahrtausends an der Zweiten Intifada, dem gewalttätigen Volksaufstand der Palästinenser gegen die jahrelange Besatzung. Trotzdem dauert es nur vier Jahre, bis Juliano die Idee seiner Mutter erneut aufgreift.

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