Sag´ bescheid

Francois Goeske: „Ich hoffe, dass ich sterben werde, ohne zu leiden!“

In seinem aktuellen Film „Besser als nix“ schlüpfte Francois Goeske in die Rolle eines Bestatter-Azubis. Ob man dabei als Schauspieler auch über den eigenen Tod grübelt?

Interview: Fabienne Iff

Was sind deine persönlichen Erfahrungen mit dem Berufsberater? Und hast du auf ihn gehört?
Mein „Berufsberater“ war damals niemand anderes als die Schule selbst. Als ich damals den Flyer für ein Casting heimlich im Lehrerzimmer kopierte und meine erste Hauptrolle als Kreuzkamm Juniors in „Das fliegende Klassenzimmer“ bekam, war das der Anfang, meinen Berufsberatern langsam aber sicher den Rücken zuzukehren. Für Tom in „Besser als Nix“ war es natürlich mehr als richtig, auf die Berufsberaterin zu hören.

Was hat dich gereizt, jemanden wie Tom zu spielen?
Viele kennen mich bestimmt noch aus „Das fliegende Klassenzimmer“ und „Französisch für Anfänger“. Ich habe seitdem noch viele andere Filme gedreht, aber Tom in „Besser als Nix“ hat allein schon durch seinen gothic-artigen Style eine ganz andere Facette, die mich gereizt hat. Er hat schwarze Fingernägel, schwarze Klamotten und benutzt Kajal. Es hat Spaß gemacht, in diese Rolle zu schlüpfen. Was ich aber überhaupt an diesem Film sehr mag, ist, dass auch der Tod ein großes Thema ist, aber mit sehr viel Witz behandelt wird. Diesen Gegensatz von Ernsthaftigkeit und Trauer einerseits und dem komödiantischen, fast Slapstick-Artigen andererseits zu spielen, war eine Herausforderung für mich.

Was hat dir geholfen, deine Figur zu verstehen?
Als ich damals mit meinen ungefähr 11 Jahren als Schauspieler angefangen habe, war ich wie Tom auch so eine Art Außenseiter in der Schule. Es gab die Bewunderer, aber eben auch die Neider mit ihren Sprüchen. Bei Letzteren habe ich vielleicht wirklich das Gefühl gehabt, „von Idioten umzingelt“ zu sein. Und auch mein Beruf als Schauspieler fiel – wie bei Tom auch – sehr aus dem üblichen Rahmen. Auch kenne ich ähnliche Spannungen wie in Toms Familie. Ich kann in gewisser Hinsicht also nachvollziehen, wie er sich als Außenseiter gefühlt haben muss.

Wie war es, geschminkt rumzulaufen?
Ich fand’s toll, weil es etwas Geheimnisvolles hatte und …es war eben anders! Ich war überrascht, wie gut mir Kajal steht und habe auch nach dem Dreh noch mit Crackling-Nagellack herumexperimentiert. Es war spannend für mich zu beobachten, wie die Leute draußen auf den Straßen darauf reagierten. In Berlin zum Beispiel weniger als in München.

Was war das Skurrilste, was dir während der Dreharbeiten passiert ist?
Den letzten Drehtag haben wir in diesem Obduktionsraum verbracht und anschließend den Abschluss des gesamten Drehs gefeiert. Die gute Musik, das kleine Buffet, die Getränke, die feiernden Teammitglieder zwischen den ganzen sterilen Lampen, Liegen mit Abflüssen und Schläuchen und dem Edelstahl waren schon sehr skurril … So etwas erlebt man nicht so oft in seinem Leben.

In der Romanvorlage sagt Tom: „Sterben ist für alle eine krasse Sache“. Inwiefern hast du dir durch den Film Gedanken über den Tod gemacht?
Ich habe mir schon vor dem Film Gedanken über den Tod gemacht, aber durch den Film werden diese Gedanken jetzt mit einem inneren Lächeln in mir verbunden. „Besser als Nix“ nimmt die Schwere aus solchen Themen mithilfe eines nach wie vor sehr wichtigen Mittels: Humor.

Was glaubst du, was danach kommt?
Ich weiß es nicht, aber ich habe keine Angst, alt zu werden, hoffe aber, dass ich sterben werde, ohne zu leiden und wünsche mir, dass die mir wichtigen und bis dahin schon verstorbenen Menschen „da oben“ auf mich warten.

Und was kommt als nächstes? Der nächste verquere Charakter oder darf’s auch mal ein angepasster sein?
Weder noch, aber mehr verrate ich nicht (grinst).

Bild: NFP

Sag´ bescheid

Hinterlasse doch Kommentare  |  0

Kommentar verfassen