Sag´ bescheid

LAUT, EXPERIMENTELL, GESPRÄCHIG

DER DRAN NEXT-CHRISTIVALNACHRUF

5 TAGE FEIERN, GLAUBEN TEILEN, DEN PULS DER GENERATION FÜHLEN: WIR HABEN DIE ZEIT MIT EUCH IN UNSERER BULLI-LOUNGE VOLL GENOSSEN! JETZT IST ES ZEIT FÜR EINEN RÜCKBLICK:  WAS BLEIBT, WAS EHER NICHT?
(Von Hottest nach Coldest)

EXPERIMENTELLE VERKÜNDIGUNG
Ob mit Kopfhörern, dialogisch oder mit Voice-of-Germany-Drehstuhl: Die Bibelarbeiten waren Experimentierräume mit Fingerzeig. Auch wenn nicht alles auf maximalen Auslegungsertrag angelegt war: Wenn Tiefe Spaß macht, muss sich auch niemand schämen, Freunde in die Jugend mitzubringen.
Unsere Prognose: Der Weg stimmt. Wir gehen stark davon aus, dass in Zukunft häufiger mal dialogisch gepredigt wird und der Kopfhörer- Worship Karriere macht.

EDM, HOUSE, 80ER-JAHRE KEYBORDSOUNDS
Lange war elektronische Musik in Deutschland gar kein Thema unter Christen, dann eine Randerscheinung für Special-Interest-Worshipper. Wer in den Hallen beim Abendprogramm zugegen war, weiß: Inzwischen können auch Christen shuffeln!
Unsere Prognose: Ist deutlich im Kommen – und hat noch was aufzuholen!

DEUTSCH
Man spricht, singt, rezitiert wieder Deutsch auf Deutschlands Gemeindebühnen. Auch wenn Tobias Faix aus gutem Grund die „Helene-Fischerisierung der Worshipkultur“ anprangert: Wie schön, dass wir uns wieder in unserer Muttersprache wohl fühlen. Vor allem die aufstrebenden Spoken Word-Künstler machen vor, wie man das Evangelium alltagstauglich und zeitgemäß formuliert!
Unsere Prognose: Der Trend hat gerade erst Fahrt aufgenommen. Wir beobachten das mit Spannung. Deutschsprachigen Künstlern gehört die Zukunft!

OUTBREAKBAND
Sie spielte gefühlt überall, vor allem auf großen Bühnen, und die Hallen waren immer bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Outbreakband trifft definitiv den Nerv der Zeit.
Unsere Prognose: Seit Albert Frey, Lothar Kosse und Arne Kopfermann wartet unser Land auf eine Band, die mit ihren Songs in die Gemeinden einzieht. Der Outbreakband wird das gelingen.

MITREDEN
Ob in den Wortwechseln, im Barcamp oder dem Bag&Breakfast: In vielen Formaten wurden Themen in Kleingruppen vertieft und Leute zum Reden gebracht. Und in der Summe kam dabei auch eine Menge rum.
Unsere Prognose: Unklar. Eine Diskussionskultur wie in den 1970er-Jahren wird es so schnell nicht wieder geben. Es wird sich aber in den Jugend- gruppen rumsprechen, dass ein ausgefochtener Glaube mehr trägt als ein nachgeplapperter.

PICKNICKEN
Die Wiederentdeckung des Christivals: Essensgemeinschaft verbindet. Mehr als eine Decke brauchte es nicht, um mit anderen ins Gespräch zu kommen. Ja, es war tatsächlich genau so einfach.
Unsere Prognose: Jesus hat es vorgemacht, das Picknick im Karlsruher Schlosspark war der Startschuss für eine neue Picknickkultur. Es wird Zeit, dass ein christlicher Verlag einen Picknickkorb ins Sortiment aufnimmt.

NAME-DROPPING
Statt mit großen Namen warb das Christival mit großen Themen und erfrischenden Konzepten. Die wurden auch so begeistert angenommen.
Unsere Prognose: Das könnte durchaus Modell – charakter haben. Hier liegen die Chancen der ganz Jungen, sich auszuprobieren.

EINE MINUTE STILLE
Was war das für eine geniale Idee, vor dem Abendprogramm eine Minute Schweigen über die Lautsprecherboxen anzukündigen – als Zitat einer langen Mönchstradition, sich ein paarmal am Tag aus dem Gewusel des Alltags herauszunehmen und bei Gott innezuhalten.
Unsere Prognose: Die fragenden Gesichter lassen vermuten: Wird sich nicht durchsetzen.

STRASSENEVANGELISATION
Was haben eigentlich die Karlsruher vom Christival mitbekommen? Okay – die Straßenbahnen waren voller und die Schulen belegt. Aber angesprochen oder angesungen wurde niemand. Das dürfte selbst die Karlsruher überrascht haben.
Unsere Prognose: Die Straßenevangelisation in ihrer bewährten Form befindet sich in der Krise. Die junge Generation will über ihren Glauben reden, dabei aber authentisch bleiben und die persönliche Entscheidungs-freiheit respektieren. Hier wird es neue Ansätze brauchen, damit Form und Inhalt der Botschaft wieder zusammenpassen.

BEKENNTNIS-T-SHIRTS
Früher lief jeder zweite damit rum, heute sind die Botschaften subtiler geworden. Mit zunehmendem Konsumbewusstsein drängt christliche Konkurrenz auf den Plan, die eher auf schön und gerecht setzen als auf plakative Sprüche.
Unsere Prognose: Faires Material und Marke bilden in Zukunft die unauf-dringliche Message – und das ist auch okay so. Diese Shirts mit kommerziellen Logos und christlichen Sinnsprüchen haben wir noch nie verstanden.

HOCHDEUTSCH
Sind Dialekte wieder „in“? Die meisten Moderatoren, Künstler und Redner vertrauten darauf, schon irgendwie verstanden zu werden – trotz Lokal-Slang.
Unsere Prognose: Hochdeutsch reden ist zu wenig authentisch. Die Jungen fühlen sich wohler mit ihrer Alltagssprache – auch von der Kanzel oder Bühne.

SINGEN IN DER STRASSENBAHN
„Hevenu Shalom Alechem!“ – noch vor acht Jahren in Bremen wurde gerne mal in Straßenbahnen oder Bussen gezeigt, in welcher Mission man unterwegs war. 2016 war man lieber dezent präsent.
Unsere Prognose: Wer singt schon in der Öffentlichkeit? Ist was für einzelne Auserkorene.

INTERNATIONALE STARS
Spannend: Dieses Festival kommt quasi ohne internationale Künstler aus. Haben sie gefehlt? Nein! Für diese 5 Tage war es genau richtig, junge Musiker aus dem deutschsprachigen Raum auf die Bühnen zu bringen.
Unsere Prognose: Der Abstand zur Weltspitze schmilzt – einheimische Bands werden auch in den nächsten Jahren stärker wahrgenommen.

KONFESSIONELLE ZAUNKÄMPFE
Worüber hätte man nicht alles streiten können: Frömmigkeitsstile, Bibelauslegungsfragen, Kreuzestheologie. Stattdessen zeigt sich die junge Christenwelt so entspannt mit den konfessionellen Unterschieden wie nie zuvor. Und das nicht etwa, weil sie davon nichts weiß.
Unsere Prognose: Die Jungen verstehen die Alten nicht, wenn sie als Geschwister aufeinander einschlagen. Da hat sich grundsätzlich was geändert.

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