Sag´ bescheid

Meckern, motzen, mosern

„Fußballnationalspieler, Bundespräsidenten, Mama und Papa: alle kriegen ihr Fett weg.“

Kritik ist wichtig. Aber sollte man deshalb gleich den Nörgler zum Berater machen?

Eigentlich war der Gottesdienst doch ganz schön. Gute Predigt – ein bisschen zu lang vielleicht. Die Musik: wirklich berührend, so mit Klavier und Geige – aber ein englisches Lied hätte ruhig mit dabei sein können. Und die Moderation? Auch nett, aber diesen einen Witz da, ganz am Ende, den hätte sie sich echt sparen können. Und überhaupt: Habt ihr gemerkt, dass die Krawatte des Pastors nicht zu seinen Socken passte?

Der Gottesdienst ist kaum zu Ende, da holen wir auch schon die Wertungskarten raus, als wären wir beim „Perfekten Dinner“. Was den Hobbyjuroren dabei so über die Lippen kommt, klingt zunächst nach einem wohlmeinenden Gesamturteil, hinterlässt aber meist einen schalen Nachgeschmack. Hinter jedem Satz steckt ein „aber“: Gut, aber. Berührend, aber. Nett, aber. Nichts ist gut genug, an allem gibt es etwas auszusetzen. Tatsächlich scheint so manch einer seine gemeindliche Berufung darin gefunden zu haben, das Haar in der Suppe zu finden. Immer und in jeder. Was man damit anrichtet – ob man Leute, die sich einbringen und etwas bewegen wollen, dadurch herunterzieht und demotiviert –, scheint dabei zweitrangig zu sein. Es trifft Pastoren, Grundschullehrer, Chefredakteure, Politiker, Krankenschwestern, Blogger, sogar Fußballnationalspieler, Bundespräsidenten, Mama und Papa. Alle kriegen ihr Fett weg.

MONSTER DES ALLTAGS

Die deutsche Sprache kennt eine ganze Reihe an Wörtern, die diese Angewohnheit umschreiben – meckern, rumjammern, mäkeln, motzen, maulen, kritteln, murren. Für den Comic- Zeichner Christian Moser gehört das Phänomen zu den „Monstern des Alltags“, den kleinen Ungeheuern, denen er in seinen Illustrationen Gesichter verleiht.

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Text: Wiebke Harle
Bild: Illustration von Nicola Kühn


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