Sag´ bescheid

Uli Eggers: „Wir brauchen Wahrheits- Revolutionäre!“

Kaum ein Wort wird so oft falsch ausgesprochen wie „Authentizität“. Zufall? Oder interessiert uns Wahrhaftigkeit weniger als wir behaupten? Wir fragten bei Ulrich Eggers nach, Autor des Buches „Ehrlich glauben“ und Verlagsleiter des SCM Bundes-Verlags in Witten, in dem auch DRAN NEXT erscheint. Gewissensbisse? Überhaupt nicht.

Uli – mal ehrlich: Welchen Herrn Eggers sehen wir denn jetzt? Den Verlagsleiter, den Buchautor oder den Lebensgemeinschafts-Uli? Oder hätten die alle dasselbe Buch geschrieben?

Das ist untrennbar verwoben und lebt ja gerade voneinander. Als Verlagsleiter   kenne ich die christliche Szene gut und habe viel Einblick – auch in schwierige und unheile Strukturen. Und als jemand, der in einer Lebensgemeinschaft dabei ist, mache ich intensive Erfahrungen mit den anderen und mir selbst – da schaut man sehr schnell hinter die Kulissen von Menschen, gerade auch hinter fromme Kulissen. Wir wollten alles anders und besser machen als „WegGemeinschaft“ – und haben sicher auch manches bewegt. Aber zur ehrlichen Analyse gehört: Alles, was bei anderen Menschen oder Gemeinden ein Problem ist, steckt auch in mir selbst drin und muss bearbeitet werden – oder wird ignoriert. Und wenn es ignoriert wird, führt es dann zum Doppelleben und Lügen …

Dein Buch fragt nach dem Wert der Wahrheit. Du kommst zu dem Ergebnis: „Es gibt keine guten Gründe für Unwahrheit.“ Ab er es scheint sich doch zu lohnen, hier und da nicht völlig ehrlich zu sein …

Das lohnt sich überall – in der Gesellschaft genauso wie in Vereinen, Parteien oder christlichen Gemeinden. Und es wird überall „eigentlich“ abgelehnt und schlecht gefunden. Aber oft ist es nützlich, weil man den Betrieb so nicht stört und sich selbst schützt. Man baut eine Biotop-gerechte Fassade auf und schwimmt mit dem Strom, unterdrückt seine Fragen und Zweifel und macht mit. Man predigt den offiziellen Kurs – der Firma, der Partei, des Vereins, der Gemeinde – und denkt sich seinen Teil oder merkt vielleicht, dass man das manchmal selbst nicht glaubt oder lebt. Aber wir haben den Eindruck: besser nichts sagen, sonst schade ich mir. In Wirklichkeit ist das großer Müll, weil es einen kaputt macht und auch die Systeme verschleißt. Kein Wunder, dass die Leute heute so Partei-, Vereins- oder Gemeinde-müde sind. Man hat den Eindruck, da nicht auf echtes, ehrliches Menschsein zu stoßen. Nur wer ehrlich ist, merkt, dass das alles auch in einem selbst steckt. Dieser Wunsch nach Anpassung, die Angst, die Versuchung, mit Lügen einen billigen Weg zu gehen.

Grundsätzlich ist Aufrichtigkeit doch ein allgemein akzeptierter Wert. Warum hast du gerade jetzt das Bedürfnis, dem Wert auf die Beine zu helfen?

Weil ich überall sehe, wie viel Zerstörung ein unaufrichtiger Lebensstil anrichtet. Bei anderen – uns Christen geht die Glaubwürdigkeit und Autorität verloren – und bei uns selbst: Wir leben ein Doppelleben und pflegen fromme Fassaden (oder andere – je nachdem, wo wir gerade sind …). Aber das ist eine Form von Unfreiheit, die sich immer rächt und die einen hohen Preis verlangt. Kurzfristig meint man, mit Lügen besser zu fahren – langfristig zerstören sie mein Leben. Die Bibel ist da eben sehr realistisch und weise, wenn sie uns zur Aufrichtigkeit einlädt: „Deine Rede sei Ja, Ja – Nein, Nein.“

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