Sag´ bescheid

Den Tod im Nacken

SOLOMON IST ARZT IN SIERRA LEONE, ALS DIE TÖDLICHE EBOLA-EPIDEMIE AUSBRICHT. SEINE BERUFUNG LEBT ER SEITDEM AUF DEM SCHMALEN  GRAT ZWISCHEN LEBEN UND TOD.

Es ist nicht leicht, einen Interview-termin mit Solomon Samura zu bekom-men. Der 30-Jährige ist so beschäftigt, dass man ihn selten antrifft. Fünfzehn-Stunden-Tage sind für ihn eher die Regel als die Ausnahme. Und doch merkt manihm sein Arbeitspensum nicht an. In diesem Text soll es aber nicht um seine Geschäftigkeit gehen, sondern um eine dreiwöchige Zwangspause im August 2014.

Solomon ist Assistenzarzt in seinem Heimatland Sierra Leone, behandelt eigen-verantwortlich Patienten im Krankenhaus und nimmt kleinere chirurgische Eingriffe wie Kaiserschnitte vor. Als vor zwei Jahren das Ebolavirus in seinem Land ausbricht und sich innerhalb weniger Wochen zu einer grassierenden Epidemie in fast allen Teilen des Landes entwickelt, arbeitet er im Regierungskrankenhaus von Makeni, einer Stadt im Norden des Landes.

„Zu Anfang gab es nur im Osten des Landes Fälle von Ebola. Obwohl wir wussten, dass die Krankheit mit hoher Wahrscheinlichkeit auch zu uns getragen werden würde, waren wir nicht vorbereitet, als wir erste Verdachtsfälle hatten.“ , erzählt Solomon und seine Kollegen bekommen zwar Schutzausrüstungen gestellt, aber niemand zeigt ihnen, wie man sie an- und nach Gebrauch sicher wieder auszieht. Weil das Ebolavirus über Körperflüssigkeiten übertragen wird und die Viruskonzentration im Körper eines Erkrankten mit Fortschreiten der Krankheit steigt, sind es zu Beginn der Epidemie vor allem Pflegende, Mediziner und Familienangehörige, die sich anstecken. Je mehr Pfleger und Ärzte sich in anderen Landesteilen infizieren, umso mehr seiner Kollegen bleiben aus Angst zu Hause. Solomon behandelt weiter – aus Verantwortungsbewusstsein. „Als Ärzte und Pfleger kämpfen wir wie Soldaten an der Front, oft gegen unsichtbare Feinde. Wie könnte ich einfach das Schlachtfeld räumen, wenn es doch mein Auftrag ist zu kämpfen?“ Dass ihn die Krankheit ausgerechnet zu Hause treffen würde, damit rechnet er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

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