Sag´ bescheid

Flüchtlinge wider Willen

Mehr als 87.000 Menschen erreichten Italien in den ersten sieben Monaten des Jahres 2014 mit einem Boot. Manchmal, in den Fernsehnachrichten oder auf Fotos, sehen wir für einige Sekunden Gesichter, die den Zahlen Leben einhauchen. In ihren Blicken können wir ansatzweise erahnen, was diese Menschen erlebt und durchgemacht haben. Ahmad und Dana haben uns eine der mehr als 87.000 einzigartigen Lebensgeschichten erzählt.

Die einzigen Erinnerungen an ihr früheres Leben und das, was es einmal ausgemacht hat, befinden sich auf einem Samsung Smartphone. Viele Fotos sind es nicht mehr, die meisten haben Ahmad und Dana gelöscht, weil die Last der Erinnerung zu schwer wog. Ahmad und Dana – das sind die Namen von zwei der 500 syrischen Flüchtlingen, die am 17. Juni 2014 nach einer 15-tägigen Überfahrt vor der sizilianischen Küste aus dem Mittelmeer gerettet wurden. Die Geschichte, die sie uns erzählen wollen, ist die Geschichte der Reise ihres Lebens – sie führte sie von Syrien nach Europa. Etwa zehn Monate nach ihrer Ankunft bewohnt das Paar nun mit seinem sechsjährigen Sohn zwei Zimmer einer deutschen Flüchtlingsunterkunft. Die Wände sind kahl, man sieht weder Fotos, noch Bilder an den Wänden. Die Möbel könnten in jeder Jugendherberge zu finden sein. Nichts in diesen Zimmern sagt etwas über die Menschen aus, die in ihnen leben, denn sie haben nichts mehr.

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