Sag´ bescheid

MfG DMMK

POPSTERNCHEN ODER ANBETUNGSLEITER? TIMO LANGNER HAT SICH FÜR  LETZTERES ENTSCHIEDEN UND DABEI SEINE BERUFUNG GEFUNDEN. WIE DAS LEBEN DES DMMK-FRONTMANNS SONST VERLAUFEN WÄRE, WISSEN „NUR DIE STERNE“

DU GEHÖRST ZU DEN GANZ WENIGEN, DIE BEIDES ERLEBT HABEN: SÄKULAREN ERFOLG UND DAS GLÜCK EINER BLÜHENDEN GEMEINDEARBEIT. VERMISST DU MANCHMAL DIE GROSSEN BÜHNEN DEINER SOLOKARRIERE?
Timo Langner: Nee, ehrlich gesagt gar nicht. Mit 11 habe ich meine erste Band gegründet – die ist kurz vor dem Durchbruch auseinandergegangen. Ich habe trotzdem meine Ausbil-dung zum Fotografen abgebrochen und alles auf die eine Karte gesetzt: Ich wollte nichts als Musik machen. Also musste ich das dann durchziehen, auch wenn es nochmal ein paar Jahre gedauert hat, bis ich meinen eigenen Deal an Land ziehen konnte. Und plötzlich war ich drin in diesem Business, auch als Songwriter. Zu meiner Überraschung hatte das was sehr Beklemmendes. Stell dir das vor: Du unterschreibst mit 21 einen Albumdeal bei einem der Major-Labels – da bist du so klein mit Hut. Was immer ihr sagt, ich folge nach. Und wenn ihr sagt, das ist die Single, dann glaube ich das. Da habe ich viel gelernt und auch Lehrgeld bezahlt. In dieser Zeit ist meine ganze Kreativität gestorben.

DU HAST DIR DEIN KREATIVES POTENZIAL AUS DER HAND REISSEN LASSEN.
Kann man so sagen. Es war eine Mischung aus „Man nimmt es mir aus der Hand“ und „Ich lasse das zu, dass man es mir aus der Hand nimmt“. Das würde ich heute alles anders machen. Andererseits bin ich froh, dass ich raus bin. Wir saßen in Meetings zusammen, da hieß es: „Heute geht es um das Produkt Timo Langner. Mit der ersten Single „Nur die Sterne“ waren wir Top 50, mit der zweiten müssen wir Top 30 schaffen, damit die oberen einem zweiten Album zustimmen.“ Und du sitzt da und denkst: Das Produkt, das bin ja ich!

UND DAS PRODUKT WAR AM ENDE NICHT GUT GENUG?
Am Ende war es so, dass sie sagten: Im Moment ist „The Rasmus“ hipp, jetzt schminken wir dich auch und schreiben böse Songs und dann klappt das. Da hab ich gesagt: Okay, Leute – es ist vorbei. Es hat Spaß gemacht vier Jahre lang, Top of the Pops und der ganze Kram, aber jetzt ist gut. Kurz bevor ich ausgestiegen bin, flatterten plötzlich Angebote rein, um die sich das Plattenlabel vier Jahre vergebens bemüht hatte. Mir wurde eine ständige Rolle im Marienhof angeboten, bekannte Songwriter hatten plötzlich einen Song für mich. Diese ganzen Türen gingen auf, als ich sagte, ich will nicht mehr. Und ich fragte mich: Was geht hier ab?

DU HAST DICH VERSUCHT GEFÜHLT?
Heute bin ich ja in meiner Berufung, aber da wollte mich offenbar nicht jede Macht und Kraft haben. Stolz und Eitelkeit sind zwei Dinge, die der Feind auf jeden Fall sieht. Mir war schon klar: Wenn ich die Rolle übernehme, kennen mich auf den Schlag Millionen von Menschen. Zeig mir den, der da nicht ins Grübeln kommt. Ich hab’s dann trotzdem durchgezogen und bin raus. Und wenn ich ehrlich sein darf: Musik zu machen, ist deutlich entspannter, wenn sie sich nicht um dich selbst dreht. Ich brauch das Nullkommanull. Da ist nicht mal mehr der Reiz, ein Lied zu schreiben, das sich nicht um Gott dreht. Oder ein Konzert zu spielen, bei dem die Leute mir applaudieren, weil ich so ein toller Künstler bin. Ich verurteile das nicht, aber für mich hat es jeden Reiz verloren.

TROTZDEM WAR MUSIKMACHEN JA DEIN LEBENSTRAUM. WIE BIST DU DARAUF GEKOMMEN, DAS ALS LOBPREISLEITER EINER GEMEINDE ZU TUN?
Nach meiner Zeit bei der BMG bin ich für ein Jahr nach Neuseeland auf eine Bibelschule gegangen. Da habe ich Gott gefragt: Wo ist mein Platz? Ich bin Single, ich hänge nicht an meiner Heimat – also wo willst du mich haben? Und da habe ich von Gott gehört: Ich will, dass du zurück gehst in deine Gemeinde und dich da mit dem einbringst, was du hier gelernt hast.

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