Sag´ bescheid

Nie genug?!

Als Gottes Kinder, ja sogar seine Ebenbilder, sind wir wunderbar gemacht. Was theoretisch glasklar ist, fordert uns im Alltag praktisch oft heraus. Die gute Nachricht dabei: Wir bleiben dem ständigen Vergleichen und der Selbstkritik nicht hilflos ausgeliefert.

Nach einem harten Beziehungsende dieses Jahr kreisten immer wieder die gleichen Fragen durch meinen Kopf: War ich ihm nicht genug? Waren mein Aussehen oder mein Charakter nicht ausreichend? War ich für ihn zu wenig wert, um zu bleiben?
Wenn es um das Liebesleben geht, sind wir natürlich besonders sensibel und verletzlich. Zurückweisungen oder die Frage, warum man immer noch Single ist, scheinen nahezulegen, dass etwas „mit mir nicht stimmt“. Da kann der Freundeskreis noch so sehr versichern, dass es wirklich ehrlich rein gar nichts damit zu tun hat. Einem selbst wird derweil übel im Rund des Gedankenkarussells.

Auch in anderen Lebensbereichen entsteht manchmal das Gefühl, sich beweisen zu müssen. Reicht es aus, wie ich bin und was ich kann? Ob in der Jugendgruppe, in der Schule oder im Studium. Da braucht es kein „ungenügend“, sondern manchmal nur ein „befriedigend“, um sich als Versager zu fühlen. Warum fällt es meinem Sitznachbarn so viel leichter? Warum wurde jemand anderes für diese Aufgaben zuerst gefragt? Vielleicht bin ich einfach weniger klug, wortgewandt, interessant oder musikalisch – einfach nicht genug.
In unserer Welt konkurrieren viele Dinge um unsere Aufmerksamkeit – und auch um unser Denken herrscht ein Wettstreit, den wir zuerst einmal realisieren müssen und dann auch bestreiten können. Was machst du, wenn das Karussell startet? Lässt du es ungebremst an Fahrt gewinnen? Wenn die Ketten losdrehen, musst du nicht weiterfahren, sondern kannst aussteigen. Ein paar Schritte, die dabei helfen können:

GEDANKEN FILTERN
Oft halten wir uns mit nebensächlichen Dingen auf, die uns auf der Stelle treten lassen. Vielleicht stimmt es ja, dass du dem gängigen Schönheitsideal nicht entsprichst oder dein Bruder mehr Freunde hat. Diesen Gedanken endlos nachzuhängen, führt aber ins Nichts. Abgesehen davon, dass die perfekten Körper auf den Werbeplakaten nicht echt sind, nehmen wir nur einen ziemlich begrenzten Teil der Realität wahr. Wenn du wieder einmal deinen oder fremden Ansprüchen nicht genügst, halte kurz inne. Versuche dir darüber klarzuwerden, warum du dich gerade minderwertig fühlst. Am besten ist es, diese Frage ins Gespräch mit Gott zu nehmen und ihn zu fragen: Wie siehst du mich? Er wird dir antworten, wenn du dich mit ihm beschäftigst. Es ist Zeit, deinen Blick auf ewig wertvolle Dinge zu richten, statt dich um dich selbst zu drehen.

Und noch etwas, Geschwister: Richtet eure Gedanken ganz auf die Dinge, die wahr und achtenswert, gerecht, rein und unanstößig sind und allgemeine Zustimmung verdienen; beschäftigt euch mit dem, was vorbildlich ist und zu Recht gelobt wird. Philipper 4,8

SEINEM URTEIL VERTRAUEN
„Du bist genug“ ist ein häufig zitierter Spruch. Die Wahrheit ist aber, dass wir nie allen Anforderungen genügen werden. Seien es die der Eltern, des Partners oder des Chefs. Wer entscheidet also darüber, ob wir genug sind? Unser Gott weiß es genau und wir können darauf vertrauen, dass er die Wahrheit sagt. Wir sind seine Geschöpfe. Natürlich leben wir in einem riesigen Weltall auf einem kleinen Planeten für einen kurzen Augenblick. Klingt eigentlich völlig unbedeutend. Aber er liebt uns und will uns. Er ist uns seit dem Sündenfall nachgegangen, um eine einzigartige Gemeinschaft mit uns zu haben. Das kostete ihn sogar das Leben seines einzigen Sohnes. Du warst ihm das wert. Wenn uns klar wird, welchen Wert Gott uns verleiht, wird die Frage nach dem Genug immer unbedeutender. Es geht dann mehr und mehr um ihn.

Er muss immer größer werden, ich dagegen geringer. Johannes 3,30

DURCH SEINE AUGEN SEHEN
Was Gott aus uns gemacht hat, ist genug. In seinen Augen sind wir kostbare Einzelstücke, in die er seine ganze Liebe und Kreativität hineingelegt hat. Da ist nichts mehr, was du zu seinem Meisterwerk hinzufügen kannst. Er wollte dich genauso mit deinen Interessen, Eigenschaften und Eigenheiten. Du bist immer genug gesehen, genug geliebt und genug wertgeschätzt von deinem himmlischen Vater. Mach dir bewusst, wie er dich sieht – dass er dich reingewaschen und teuer erkauft hat. Allein auf seine Sicht kommt es an.

In Jesus Christus sind wir Gottes Meisterstück. Er hat uns geschaff en, dass wir gute Werke tun, gute Taten, die er für uns vorbereitet hat, damit wir sie in unserem Leben ausführen. Epheser 2,10

AUF IHN SCHAUEN
Entscheide dich bewusst, mit dem zufrieden zu sein, was Gott dir gegeben hat – ob Begabung oder Schwäche. Eine genügsame Einstellung heißt jedoch nicht, stehen zu bleiben und über schlechte Eigenschaften hinwegzusehen. Vielmehr sollten wir uns durch eigenes Unvermögen nicht entmutigen lassen, denn wir müssen die Kraft, um an uns zu arbeiten und weiterzugehen nicht aus uns selbst aufbringen – er hat alles schon vorbereitet und wird dich mit genug Kraft, Liebe und Mut versorgen. Wenn wir in dem Wissen ruhen, dass wir angenommen sind, müssen wir auch nicht mehr mit allen Modetrends und Genies mithalten, sondern können uns auf ihn konzentrieren. Gott macht aus unserem Ungenügend immer mehr als genug. Doch der Herr hat zu mir gesagt: „Meine Gnade ist alles, was du brauchst, denn meine Kraft kommt gerade in der Schwachheit zur vollen Auswirkung.“

Daher will ich nun mit größter Freude und mehr als alles andere meine Schwachheiten rühmen, weil dann die Kraft von Christus in mir wohnt. Ja, ich kann es von ganzem Herzen akzeptieren, dass ich wegen Christus mit Schwachheiten leben und Misshandlungen, Nöte, Verfolgungen und Bedrängnisse ertragen muss. Denn gerade dann, wenn ich schwach bin, bin ich stark. 2. Korinther 12,9

 

SARA KAST
weiß, dass sie göttlich geliebt ist. Seither fällt es ihr leichter, sich selbst anzunehmen.

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