Sag´ bescheid

Probier’s mal mit Gemütlichkeit

Eigentlich wollten die Schulze-Geschwister mit dem Shirt-Label „Sofalich“ ihrem kleinen Bruder nur den Führerschein finanzieren – heute drucken sie ihre Designs immer noch auf Shirts. Nur dass die inzwischen aus Plastikmüll sind oder aus Armeebeständen zweitverwertet werden. Ein Gespräch mit Micha Schulz über Konsumkritik und das Privileg, zu tun, was man liebt.

Interview: Melanie Eckmann

MICHA, EUER PROJEKT IST IM BESTEN SINNE KONSUMKRITISCH – EINE ECHTE ALTERNATIVE ZUR NEUWARE VON DER STANGE. WIE HÄLTST DU’S DENN MIT DEINEN EIGENEN KLAMOTTEN: TRÄGST DU SELBST NUR FAIR?
Nein.

UND DU STEHST DAZU.
Ja, voll! Es gibt von Brot für die Welt eine Liste mit 17 Alltagsdingen, die man für ein ethisch korrekteres Leben machen kann. Dafür muss man sich nicht groß verbiegen – die Hemmschwelle ist niedrig gehalten: zum Beispiel einmal in der Woche auf Fleisch zu verzichten. Sowas liebe ich, weil es nicht in die Extreme abrutscht. Kleine Schritte tun auch etwas Gutes. Ich werde immer ausschließlich Fairtrade-Kleidung verkaufen, aber nicht den Anspruch an andere haben, dass sie nur Fairtrade-Kleidung tragen. Also auch nicht an mich. Ich bin ein großer Fan von Secondhand-Shops. Die meisten Kleidungsstücke dort sind nicht fair gehandelt, und trotzdem finde ich das sinnvoll, weil Altes nicht einfach weggeschmissen wird, sondern einen neuen Besitzer findet. Das ist doch besser, als alles neu zu kaufen.

GERADE DIE KLEIDUNGSINDUSTRIE LEBT JA VON DER MODE. ICH BIN DAZU ANGEHALTEN, MIR IMMER NEUE KLEIDUNG ZU KAUFEN, UM MIT MEINEM OUTFIT IM TREND ZU LIEGEN. WIE STEHST DU ZU DER HALTUNG?
Konsum war auch so eine Kernkritik in meinem Jugenddasein. Nicht, weil ich Konsum prinzipiell bescheuert fand, sondern weil ich gemerkt habe, dass ich als Jugendlicher immer mehr in eine Erwartungshaltung kam. Es musste mir etwas präsentiert werden, das ich konsumieren konnte. Das erstreckte sich nicht nur auf Dinge, die ich kaufen und erleben konnte, sondern auch auf meinen Glauben. Ich bin dankbar für die Zeit, in der ich gelernt habe, dass ich meinen Glauben nicht aus einer Konsumhaltung heraus leben darf. Wenn ich weiterkommen möchte, muss ich in der Lage sein auch selbst Inhalte zu produzieren – mich mit meinen Fähigkeiten einzubringen und einen Beitrag zu leisten.

EIN BEITRAG IST EUER LABEL „SOFALICH“. WIE SEID IHR AUF DEN NAMEN GEKOMMEN?
Ursprünglich war erst der Name da und später kam die Bedeutung dazu. Eigentlich wollten wir meinem kleinen Bruder nur den Führerschein finanzieren. Wir kommen aus einem Pastorenhaushalt, der uns viel Liebe und Geduld mitgegeben hat, aber wenig Geld. Wir haben uns gefragt, was wir mit dem Namen ausdrücken wollen – Gemütlichkeit stand an erster Stelle. Wir lieben Sofas, also machten wir ein Adjektiv draus, und so entstand „sofalich“. Meinem ältesten Bruder war direkt klar, was das bedeutet: SoFa für „Social Factory“ und LiCh für „Life to choose“ – wir haben ein Leben, für das wir uns entscheiden können. Wär cool, wenn wir uns als Christ manchmal für die richtigen Dinge entscheiden würden.

WAS MACHT SOFALICH EINZIGARTIG?
Klar haben wir uns die Frage gestellt, weshalb es neben Glimpse Clothing, Pe-ix, Christkind Clothing, ArmedAngels, Love Your Neighbour und wie sie alle heißen jetzt auch noch uns als Sofalich braucht. Wir lieben all diese Fairtrade-Labels und feiern sie! …

Neugierig geworden? Das vollständige Interview liest du in der aktuellen DRAN NEXT.

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