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Survivaltraining für Großstädter

7 kleine Abenteuer in der Begegnung zwischen Mensch und Tier.

Angeben im Park

Wer sein Smartphone nicht mehr nur als Statussymbol benutzen, sondern mit seinem Wissen Eindruck schinden will, sollte sich die kostenlosen Apps „Tiere und Pflanzen bestimmen“ (Android) und „Die Waldfibel“ (iOS, Android) herunterladen. Noch nie war es so einfach, beim Spaziergang durch den Park eine Ameisenspringspinne zu bestimmen und ein Eich- von einem Grauhörnchen zu unterscheiden.

Volks- äh, Vogelzählung

Jedes Jahr ruft der Tierschutzverein NABU zur Vogelzählung auf. Zehntausende machen mit – wahrscheinlich viele Rentner, aber warum nicht auch junge Stadtmenschen? Wenn man eigentlich die Hausarbeit fertig schreiben sollte, stattdessen aber nur aus dem Fenster starrt, kann man gleich das Nötige mit dem Nützlichen verbinden: Teilnahmebedingungen und Tipps, um die Vögel richtig zu bestimmen, findet man auf der Website www.nabu.de.

Nicht mit Reizen geizen

Mit wenig Mühe Schmetterlinge, Hummeln und Marienkäfer anlocken: Sommerflieder, Astern, Lavendel, Thymian und andere intensiv duftende Pflanzen einpflanzen – und nicht beleidigt sein, wenn die Raupen ein paar Blätter anknabbern. Auch ein selbstgebasteltes Insektenhotel kann helfen, um sich als Tierfreund zu etablieren (Bauanleitungen und Kosten sind schon für einen Drittklässler zu bewältigen).

Ein Haustier anschaffen

Wer testen will, ob er das Durchhaltevermögen und das Verantwortungsbewusstsein für ein eigenes Haustier hat, sollte sich an „Sea Monkeys“ ausprobieren. Online bestellt man sich die Eier mit kleinen Aquarien und ausreichend Futter. Wem es wirklich glückt, diese Tiere schlüpfen und eine angemessene Zeitspanne hindurch überleben zu lassen, kann sich an anspruchsvollere Projekte wagen: Süßwassermuscheln, Wasserschnecken, Axolotl …

Freund auf Zeit

Auf gefühlt fünf Quadratmetern, schlafen, essen, lernen und feiern – das normale Leben eines Studenten. Keine gute Umgebung für einen sabbernden Vierbeiner mit Schlappohren. Wer dennoch ein großer Hundefan ist, kann sich im Tierheim einen besten Freund ausleihen und mit ihm durch den Park toben, also Gassi gehen.

Imitation statt Besichtigung

Wer Tiere sehen will, braucht nicht 20 Euro zu bezahlen und sich mit schreienden Kindern in die vierte Reihe zu stellen, um einen kurzen Blick auf einen traurigen Elefanten werfen zu können. Landesweit gibt es kleinere Tierparks, in denen heimische Arten vor dem Aussterben bewahrt werden. Wer jetzt gähnt, hat noch nie seine Arme über seinem Kopf zum Geweih geformt und geröhrt, um zu sehen, wie der Platzhirsch auf diese Provokation reagiert. Und wer Bieber für einen schlechten Sänger hält, braucht sowieso Nachhilfe in Tierkunde.

Die künstlerische Annäherung

Es muss nicht immer wirklicher sozialer Kontakt sein, um sich Tieren näher zu fühlen. Viele Künstler haben sich bemüht, um Natur in unsere Wohnzimmer zu bringen. Eine willkürliche Auswahl: In „Verbotene Früchte“ gründen die Hanseaten Blumfeld eine Schmetterlingsgang. Tschingis Aitmatow verband den „Schneeleopard“ schicksalhaft mit einem Journalisten, als sie aus ihrer Heimat vertrieben werden. Franz Marc nahm sich vor, „die Tiere zu malen, wie sie fühlen, nicht, wie der Mensch sie sieht.“

Anna Fennema hatte ihr Survivaltraining bereits als Dorfkind. Als Stadtbewohnerin kann sie dieses heute gut anwenden.

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