Sag´ bescheid

Worte wie Blei

Tabea hat Sing-Angst. Seit fast 20 Jahren. Seit diesem einen Satz ihrer besten Freundin. Jetzt hat sie beschlossen, den Satz zu vergessen – indem sie sich ihm stellt.

Text: Tabea Mußgnug
Foto: avemario/ Thinkstock Photos

Jeder hat so einen Satz. So einen, den man schon Jahre mit sich herumträgt, der monströs geworden ist in dieser ganzen Zeit und es sich dick und behäbig im Hinterkopf bequem gemacht hat. Von dort aus meldet er sich in unregelmäßigen Abständen und sorgt dafür, dass er auch ja nicht in Vergessenheit gerät. Sätze, die irgendwann ganz unvorsichtig gesagt wurden und brutal lange nachklingen, die Ängste und Komplexe, Hemmungen und Diäten nach sich ziehen. „Du bist zwar nicht so hübsch, aber dafür schlau“, ist ein Satz, den eine Bekannte mit vierzehn von ihrem Vater hörte. „Mathe ist eben nicht dein Ding“, „So schüchtern wie du bist, will dich bestimmt keine“, „Sportlich wirst du nie werden“ – solche Sätze eben. Leicht dahingesagt, nie mehr vergessen. „Das schwarze Wort/es kommt immer an/es hört nicht auf anzukommen.“ Das schrieb schon die deutsche Lyrikerin Hilde Domin – und sie hatte recht damit.

„WENN DU SINGST …“
Mein Satz ist schon seit der Grundschule bei mir. Er heißt: „Wenn du singst, erkenne ich nicht mal die Melodie.“ Ausgesprochen von meiner besten Freundin auf dem Schulweg, unbedacht, aber mit einem langen Echo. Denn: Ich habe seitdem Sing-Angst.

Neugierig geworden? Den vollständigen Text kannst du in der aktuellen Ausgabe der DRAN NEXT nachlesen.

Sag´ bescheid

Hinterlasse doch Kommentare  |  0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.