Sag´ bescheid

ZÜNDE AN DEIN FEUER

ALS CHRIST IST MARTIN SCOTT ETWAS IN DIE JAHRE GEKOMMEN. WIE HÄLT MAN DA SEINEN GLAUBEN LEBENDIG – UND KRISENRESISTENT? DER EVANGELIST FINDET: NIRGENDWO ZEIGT SICH DAS EVANGELIUM AKTUELLER UND GLAUBWÜRDIGER ALS IN DEN BEGEGNUNGEN MIT MENSCHEN

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ich an einem düsteren, einsamen Wandertag hoch oben in den Schweizer Bergen kurz davorstand, meinen Glauben über Bord zu schmeißen. Ich fühlte mich brutal alleine, ungehört beim Beten und näherte mich der Überzeugung: „War eine schöne Hilfe im Leben – aber Gott gibt es gar nicht.“ Dann das Erstaunliche: Ich bekam es noch nicht einmal theoretisch zu Ende gedacht, mich zu „entkehren“ – hielt Gott mich? Seitdem frage ich mich, wie ich es hinbekomme, überzeugt und leidenschaftlich und mit Esprit Glaubender zu bleiben.
Seit ein paar Jahren probiere ich folgende Antwort aus: Es sind letztendlich die Begegnungen mit Menschen, innerhalb und außerhalb unserer Gemeinschaften, die uns eine Ahnung von Gott geben – wenn wir ihnen begegnen, wie Jesus ihnen begegnen würde. In diesen Momenten zeigt das Evangelium seine Aktualität. Wenn das stimmt, dann verschaffen unsere Erfahrungen mit anderen Menschen dem Evangelium seine Glaubwürdigkeit. Und diese wiederum hilft ungemein bei Glaubenszweifeln.

DER PROVOZIERENDE MESSIAS
Wie begegnet man Menschen so, wie Jesus ihnen begegnet ist? Manchmal hilft es, eine Geschichte bewusst falsch zu erzählen, um das Entscheidende zu erkennen. Falsch heißt in diesem Fall: So, wie wir sie erwartet hätten. Wie war das noch, als Jesus nach einem langen anstrengenden Wandertag in der Stadt Nain ankam? Dort, wo er herkam, hatte er Brot vermehrt, Stürme gestillt und gepredigt. Nicht wenige wollten ihn, mal wieder, berühren, gewissermaßen ausprobieren, ob eine Zauberkraft von ihm ausgeht. Jesus war eigentlich müde. Eng an seiner Seite seine 12 Schüler plus die übliche weitere Gefolgschaft. Ein eindrucksvoller Haufen, sehr homogen, allesamt feine Kerle, von Jesus behutsam ausgewählt. Dass sie fromm und religiös sozialisiert waren, war ihm ganz besonders wichtig. Daher gab es auch kaum Streit unter ihnen. Nun kam er in eine neue Stadt und suchte schnellstmöglich einen Ort zum Füßehochlegen. Selbstverständlich nach einer Fußwaschung. Die Jünger würden sich mal wieder darum rangeln, wer von ihnen mit dem besten Beispiel voran gehen dürfte, aber im Grunde gab es kaum Streit – sie hatten von Anfang an verstanden: „Wer der Kleinste unter euch ist, wird eines Tages der Größte genannt werden.“ Streit gab es also nur noch dann, wenn dummerweise nur einer zur selben Zeit dienen konnte. Üblicherweise klopfte Jesus Synagogen ab, um in ihnen unterzukommen. Für Gleichgesinnte öffnete man gerne die Türen, so auch heute. Und so war ein anstrengender Tag mal wieder spielend leicht bewältigt, man sank in die Kissen und ließ sich am nächsten Morgen vom Hahn wecken, der dreimal krähte.
Nun – das alles steht aber gar nicht in der Bibel. Was aber – in Abgrenzung zum Vorherigen – steht denn dort wirklich, was ist die wahre Pointe?

Neugierig? Den vollständigen Text liest du in der Ausgabe 6/16. Hier abonnieren oder kostenlos testen…

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