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„Dass dieser Planet beweisbar in so und so vielen Jahren nicht mehr existieren wird, das scheint keine Konsequenz zu haben.“
Ob als DDR-Dichter Georg Dreyman in „Das Leben der Anderen“ oder als russischer Terrorist Komorow im Hollywood-Blockbuster „Stirb langsam 5“: Sebastian Koch strahlt auch mit fünfzig noch wahnsinnig viel Sexappeal und Männlichkeit aus. In „Das Wochenende“ ist der deutsche Charakterschauspieler zum wiederholten Male als RAF-Terrorist auf der Leinwand zu sehen. Grund genug, ihn zu fragen, für welche Ideale es sich zu kämpfen lohnt.
Herr Koch, gab es in Ihrer jungen Erwachsenenzeit denn Ideale, für die Sie sich eingesetzt haben?
Ja, ich war leidenschaftlicher Theaterschauspieler. Ich dachte, da kann man die Welt verändern. Wenn man etwas wirklich vorhat, hat das eine Kraft. Für mich war es die Bühne, an die ich geglaubt habe. Für die ich gelebt, gekämpft und auch viel abgesagt habe. Ich mag es sehr, wenn man Ideale hat und für Ideen auch Konsequenzen in Kauf nimmt.
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„Dinge, die ich getan oder gedacht habe, weil ich unglücklich verliebt war, gehören definitiv zum dunkelsten Kapitel meines Selbstbewusstseins.“
Es bricht uns das Herz, wenn uns Derjenige, den wir lieben, nicht zurückliebt. Was tun, wenn’s schmerzt?
Sie müssen sofort aufstehen. Kurz nach ihrer Trennung geben Stars Interviews, frisch und sexy, strahlen sie in die Kamera und sagen: „Es geht mir besser als je zuvor.“ Ich aber sehe sie vor mir – Heidi Klum und Seal zum Beispiel – wie sie, jeder für sich alleine, auf ihren viel zu großen Kingsize-Bettlandschaften sitzen, in Jogginghose, an die Wand starren und die Tränen fließen, weil sie ihr Scheitern nicht fassen können. Weil etwas zerbrochen ist, etwas, das kein Manager wieder organisieren, kein Photoshop-Zauberer retuschieren kann. Ich bin mir sicher: Wenn sie Liebeskummer haben, geht es ihnen wie uns. Wie mir. Herzschmerz. Liebeskummer. Schnöde Worte für etwas, das so, so weh tut und die Menschheit universell verbindet. Ein gebrochenes Herz. Zurückgewiesene Liebe.
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„Wenn ich zurückdenke, wie ich manchmal Gott und meinen Glauben in der Öffentlichkeit vertreten habe, dann schäme ich mich dafür.“
„Warum noch glauben?“, haben wir in der letzten Ausgabe gefragt – auch Johannes Falk. Jetzt legt der Sänger biografisch nach: Nach der streng-religiösen Erziehung und einer Phase des Abstands ist es Zeit für ein kritisches Zwischenresümee.
Dicht gedrängt zwischen schweißnassen Opas und Herrschaften mit Kaffee- Mundgeruch sitzt ein kleiner Junge auf der Kirchenbank. Sonntagmorgen heißt zwei Stunden still sitzen. Die Senioren um ihn herum haben ähnliche Frisuren und ähnliche Klamotten. Kurz und kantig der Schnitt. Der Scheitel nach links über die hohe Stirn gelegt. Die Hemden so, wie die Indie-Mucker sie heute wieder tragen, eng anliegend und bis oben zugeknöpft, der Blick meist ernst, bisweilen sogar grimmig. Während der zweite Prediger (drei werden es insgesamt an diesem Sonntagvormittag sein) sich so langsam in Rage redet, sitzt der kleine Kerl schüchtern da und schaut sich die Nasenhaare der Herren an. Zum Teil…
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Julia Meister studiert Theologie. Das prädestiniert sie für ein paar ganz hässliche Klischees. Aber hey – es gibt Schlimmeres.
„Wer will schon aus freien Stücken mit einer Wahrnehmungsverzerrung leben?“
Mein elftes Schuljahr verbrachte ich an einer amerikanischen Highschool. Mit wenigen Ausnahmen kam ich jeden Morgen zu spät zum Matheunterricht. Mein Mathelehrer wäre fast an mir verzweifelt: „But, Julia, all Germans are on time.“ Deutsch und pünktlich – in seinem Kopf waren das Synonyme. Ich bin der schlagende Beweis dafür, dass Klischees nicht immer funktionieren. Wochenlang nervte mich mein Mathelehrer mit Vorstellungen, die weit an meiner Charakterstruktur vorbeigingen. Wer weiß, welche Klischees er noch alles über „Deutsche“ mit sich rumtrug. Ich war die pure Enttäuschung.
Das ist das Gefährliche an Klischees: Sie sind so hartnäckig. Natürlich gibt es auch Klischees, über die wir schmunzeln können, andere machen uns regelrecht Angst. Angst, in eine Schublade gesteckt zu werden. Angst, ich könnte mich falsch verhalten und Erwartungen nicht erfüllen, ein schlechtes Bild abgeben. Das sind…
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