Sag´ bescheid

Die Ware Mensch

„Es gibt derzeit mehr Sklaven als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit.“

Hannah* ist Dauergast in verschiedenen Bordellen ihrer Stadt. Sie beschenkt Frauen, die es gewohnt sind, immer nur zu geben.

Müde greife ich nach meinem Handy, um nach der Uhrzeit zu schauen, und bin mit einem Mal wieder hellwach: Auf dem Display steht „Roxana*“. Von Roxana habe ich seit Monaten nichts gehört, aber nun möchte sie sich mit mir treffen. Wir verabreden uns sofort.

Es ist schön, Roxana nach einem halben Jahr wiederzusehen. Obwohl sie ihr Gesicht hinter einer dicken Make-up-Schicht versteckt, sehe ich, was mit ihr los ist. Sie hält sich die ganze Zeit ein Taschentuch unter die laufende Nase, weil das Kokain ihre Nasenscheidewand beschädigt hat. Roxana möchte Hilfe. Sie ist aus ihrer Arbeit im Bordell ausgestiegen und braucht eine Wohnung, einen anderen Job, ein neues Leben. Wir besprechen Möglichkeiten, die sie ergreifen und Anträge, die sie ausfüllen kann.

Zwei Jahre zuvor in Hamburg: Als ich mit meiner Mitbewohnerin zu einem Seminar über Menschenhandel von „Jugend mit einer Mission“ Herrnhut fuhr, ahnten wir noch nicht, dass wir dort drei weitere Frauen aus unserer Stadt treffen würden, denen seit Jahren das Gleiche auf dem Herzen brennt, dass wir zwischen Informationsständen und wuselnden Teilnehmern mal eben eine Fraueninitiative gründen – und dass wir eines Tages einen Gottesdienst in einem Table-Dance-Club feiern würden.

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*Die angegebenen Namen wurden geändert.

Text: Die Autorin möchte anonym bleiben.
Foto:  REUTERS/Hannibal_Michael Hanschke

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Hinterlasse doch Kommentare  |  1

  1. Hanna

    Ich würde mich auch gerne gegen Menschenhandel und für Frauen mit ähnlichen Schicksalen einsetzten. Wo könnte ich mir Informationen oder ähnliches besorgen?

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