Sag´ bescheid

Jetzt im Kino: Der junge Karl Marx

Filmstart: 02.03.2017
Historienfilm

Darum geht’s:
Die industrielle Revolution brachte dem Bürgertum Wohlstand und den Arbeitern Elend. Der idealistische Journalist Karl Marx (August Diehl) schreibt dagegen an, erntet mit seinen Artikeln aber nur Unverständnis. Als er im französischen Exil dem Fabrikantensohn Friedrich Engels (Stefan Konarske) begegnet, stellen die beiden Herren viele Gemeinsamkeiten fest. Ab sofort kämpfen sie zusammen für die Rechte der arbeitenden Klasse, obwohl sie dafür Verfolgung und Ausgrenzung aushalten müssen.

Das kommt rüber:
Die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Marx‘schen Thesen findet hauptsächlich in der zweiten Filmhälfte statt, die vielleicht gerade deshalb ein bisschen schwerfällig wirkt. Der erste Teil zeigt Karl Marx’s Geschichte, die eines unangepassten Rebellen, der sich mit seinem Gefährten Engels amüsante Rededuelle liefert und die gemeinsame Trinkfestigkeit testet. Ihr Einsatz für die Arbeiterschaft findet hauptsächlich per Debatte statt, den emotionalen Höhepunkt des Filmes bildet die Gründung der Internationalen Kommunistischen Liga. Spätestens der Abspann weist unübersehbar darauf hin, dass ein Bezug zur Ungleichheit in der heutigen Zeit hergestellt werden soll. Eine distanzierte Betrachtung wird damit schwierig, weil der Film an das Gerechtigkeitsbewusstsein seiner Zuschauer appelliert. Die entscheidenden Unterschiede zwischen damals und heute werden allerdings kaum thematisiert: Die beiden Weltveränderer könnten sich mit ihren Frisuren auch im Jahrhundert geirrt haben.

Unterm Strich:
Als Historienfilm nicht die schlechteste Idee – für die ausufernden Dialoge sollte man jedoch etwas Geduld mitbringen.

Michael Seiler

(Foto: © Kris Dewitte/ Neue Visionen Filmverleih GmbH)

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