„Am Ende steht nur noch Gott da“

Rabea Wille und Benjamin Schmidt engagieren sich ehrenamtlich beim Schwarzen Kreuz. Sie bringen die Botschaft von Gottes Vergebung zu Menschen in Gefangenschaft. Was bedeutet die befreiende Nachricht des Kreuzes für jemanden, der eingesperrt ist?

Interview: Liesa Dieckhoff

SEIT WANN ENGAGIERT IHR EUCH BEIM SCHWARZEN KREUZ?
Benjamin Schmidt: Ich leite eine Gesprächsgruppe in der JVA Freiburg und engagiere mich seit fünf Jahren im Alphateam. Das heißt: Einmal im Jahr gibt es einen Alphakurs, der aus sechs Monaten Kurs und sechs Monaten Nachbereitung besteht. Insgesamt sind wir ca. 20 Leute und gehen dann zu viert oder fünft in eine Gruppe mit 10 bis 25 Häftlingen. Rabea Wille: Vor einigen Jahren wurde in meiner Gemeinde jemand gesucht, der einen Mitarbeiter in eine offene Vollzugsanstalt begleitet. Das Thema Gefängnis hat mich sofort gereizt, weil es eine ganz andere Welt ist, mit Kontakt zu Menschen, die ich sonst nicht erlebe.

WIE SAHEN DIE BESUCHE DORT AUS?
Rabea: Die Inhaftierten im offenen Vollzug arbeiten tagsüber und kommen abends zurück. Da…

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Wie hältst du es mit Halloween und dem Weihnachtsmann?

Jeden Winter führen Christen zwischen Halloween und Fastnacht die gleichen Diskussionen – darf man säkulare Festbräuche fröhlich feiern, wie sie fallen?
Oder muss man andere, um des Glaubens Willen, davor warnen?

Am 31. Oktober tun manche Christen nicht nur kund, dass sie den Reformationstag begehen, sondern auch, dass sie Halloween ausdrücklich nicht feiern. Weihnachten betonen sie, dass der Weihnachtsmann von Coca-Cola oder wem auch immer erfunden sei, aber nichts mit dem Fest zu tun habe. Ähnlich ist es in der Faschingszeit. Hier möge es zwar Bezüge zur christlichen Botschaft geben. aber: Das Ganze sei eine krude Mischung aus heidnischem Aberglaube, Kommerz und Enthemmung, von der man sich bitte schön fernhalte.

Wer Orientierung geben möchte, sollte die Wirklichkeit nicht verzeichnen. Wie und unter welchen Umständen Feste und Gebräuche sich durchsetzen, ist eine sehr komplexe Frage. Hier einfach auf den „Kommerz“, die „Medien“ oder den allgemeinen „Glaubensverlust“ zu verweisen, ist zu einfach. Gebräuche setzen sich durch, wo sich die Faszination eines Themas, rituell-symbolische…

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Titelthema:Von der Freiheit im Folgen

„Nachfolgen“, das klingt irgendwie unfrei – so als ob man nicht selbst entscheiden könnte, wo es langgeht. Muss nicht sein, hat Stephanie erkannt, denn im Hinterhergehen liegt ein großes Potenzial.

Höre ich das Wort „Nachfolge“, fallen mir sofort Vergleiche ein wie: „in Jesu Fußstapfen treten“ (1. Petrus 2,21), „Gott nachahmen“ (Epheser 5,1) oder „auf Gottes Stimme hören“ (5. Mose 13,5). Unweigerlich werde ich dann an die Poster in meinem Elternhaus erinnert, auf denen Spuren im Sand zu sehen sind und es heißt: „ wenn nur eine Spur zu sehen war, dann hast du mich getragen.“ Dieses kitschige Motiv wirkt auf mich immer, als wären diese gemeinsamen Wege mit Jesus geradlinig. Blicke ich jedoch auf die letzten Jahre zurück, dann fühlt sich dieses „Christ sein“ und das damit verbundene „Nachfolgen“ überhaupt nicht so an. Ich sehe vielmehr ein großes Chaos an Spuren hinter mir, die eher so aussehen, als hätten da ein paar Kinder im Sand Fangen gespielt. Wenn ich vor…

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Denn dass der Mensch erlöst werde von der Rache: Das ist mir die Brücke zur höchsten Hoffnung und ein Regenbogen nach langen Unwettern.

Friedrich Nietzsche